Welches Theme ist das Richtige?

Dieser Artikel stammt aus dem Januar 2018 und wurde im September 2018 aktualisiert.

Viele Agenturen verwenden so genannte Multipurpose-Themes wie z.B. Divi, Avada, Enfold & Co. Diese Themes werben mit dem Versprechen, dass man schnell zu einem Ergebnis kommt und sich nicht mit Code befassen muss. Auch um die Suche nach Plugins kommt man drumrum – viele Funktionen sind schon fest im Theme eingebaut. 

WordPress ist ein modulares System. Design und Funktion werden getrennt: Themes sorgen für die Optik, Plugins für die Funktionen. Allzweck-Themes umgehen dieses Prinzip, indem sie Design und Funktionen zu einem festen Paket zusammenschnüren. WordPress ist dabei nur noch die technische Plattform im Hintergrund. Allzweck-Themes sind so gesehen eigene, kleine Content-Management-Systeme. Sie arbeiten mit eigenen Frameworks und mit jeweils eigener Systematik.

Um es den Nutzern einfach zu machen, geben Allzweck-Themes Vieles schon vor – man muss praktisch nur noch die Lücken füllen. Die Themes kommen mit einer Reihe von fertigen Vorlagen (Demos), die man übernehmen kann.

Allzweck-Themes lassen sich leider nur schwer erweitern. Braucht man zusätzlich zu den 100 eingebauten Funktionen noch Funktionsvariante Nr. 101, stellt sich oft heraus, dass die Investition in eine Anpassung nicht wirtschaftlich ist. Andersherum lassen sich Funktionen, die man nicht nutzt, nicht abschalten. Das ist für die Optimierung der Ladezeiten ein gewisses Problem.

Sicherheit und Pflege

Sowohl WordPress als System als auch Themes und Plugins werden regelmäßig aktualisiert. Updates sind sehr wichtig für die Sicherheit einer Website. Sind alle Komponenten (Theme und Plugins) getrennt, kann man ein Update nach dem anderen machen und Schritt für Schritt testen, ob noch alles funktioniert.

Bei Allzweck-Themes ist das anders. Bekommt eines der Plugins, die fest in das Theme integriert sind, ein Update – weil z.B. eine Sicherheitslücke aufgetaucht ist – muss man warten, bis die Autoren des Allzweck-Themes ihrerseits ein Update zur Verfügung stellen. Tauchen nach dem Update Fehler auf, ist die Fehlersuche in der Regel zeitaufwändig. Es ist schwierig, herauszufinden, welches Plugin den Fehler verursacht hat, wenn man die Plugins nicht einzeln deaktivieren kann.

Normalerweise kann man innerhalb einer WordPress-Installation jederzeit das Theme wechseln. Bei Allzweck-Themes klappt das leider nicht — zumindest nicht ohne erheblichen Aufwand (siehe Case Study Gruse GmbH). Hat man sich einmal für ein Allzweck-Theme entschieden hat, bleibt man am besten dabei.

Page-Builder-Plugin als Alternative zum Allzweck-Theme

Wir nutzen gern schlanke, modular aufgebaute Themes, bei denen wir alle Komponenten so zusammenstellen können, wie wir sie brauchen.
Für Projekte mit überwiegend statischen Seiten (Pages) setzen wir das PageBuilder-Plugin BeaverBuilder ein. Für BeaverBuilder haben wir uns entschieden, weil die Oberfläche klar aufgebaut ist und auch wenig erfahrene Redakteure sich schnell einarbeiten können.

BeaverBuilder ist ein Plugin, man kann es also mit jedem beliebigen Theme kombinieren. Ist die Website einmal aufgesetzt, ist die Bedienung deutlich einfacher als bei einem Allzweck-Theme. Alle Inhalte können vom Frontend aus bearbeitet werden.

Gegenüberstellung Allzweck-Theme und BeaverBuilder

Allzweck-Theme BeaverBuilder
Design anpassbar, aber enge Vorgaben frei gestaltbar
Bilder Für Projekte mit vielen, hochwertigen Bildern geeignet auch für Projekte mit wenig Bildmaterial geeignet
Bedienbarkeit intensive Einarbeitung erforderlich kurze Einarbeitungszeit
Erweiterbarkeit Nicht erweiterbar erweiterbar
Frontend-Editing teilweise ja
WordPress-Knowhow zur Implementierung nicht notwendig notwendig
Theme wechseln nicht möglich möglich
Preis ab 60$/Jahr ab 99$/Jahr

 

Allzweck-Themes haben in der Regel auch einen PageBuilder. Der ist – wie die anderen Funktionen auch – fest ins Theme eingebaut. Häufig handelt es sich um Visual Composer. Bei den Netzialisten habe ich einen einen Artikel geschrieben, in dem ich mir verschiedene PageBuilder angeschaut habe. Im Rahmen dieses Vergleichs habe ich mir auch Visual Composer vorgenommen. Nutzerführung und Funktionalität haben mich nicht so recht überzeugt.

Und was ist mit Gutenberg?

Mit Gutenberg wird sich Vieles ändern. Man wird zukünftig viele Dinge mit WordPress-Standard-Funktionen umsetzen können, zu denen man heute noch PageBuilder und andere Erweiterungen braucht. Diese Veränderung betrifft die Allzweck-Themes genauso wie PageBuilder-Plugins. Wobei im Gutenberg-Konzept kein Frontend-Editing vorgesehen ist. Diesen Vorteil werden die PageBuilder weiterhin haben.

Noch sind wir da nicht und es wird auch noch einige Zeit uns Land gehen, bevor man klar benennen kann, was sich wie verändert. Wir beobachten die Entwicklung von Gutenberg sehr genau. Mein Eindruck bisher ist überwiegend positiv.

Wer sich über Gutenberg informieren möchte, dem empfehle ich einen Artikel von Ellen Bauer im Elmastudio-Blog Was du über den WordPress Gutenberg-Editor wissen solltest  (Stand Januar 2018).

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