Wenn die WordPress-Website in Rente geht

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Wir bauen Websites für Unternehmen. Das bedeutet normalerweise, dass die Inhalte häufig angepasst und die Website regelmäßig gewartet wird. Es gibt aber auch Websites, die speziell für eine Veranstaltung oder einen anderen Anlass entwickelt werden. Es gibt einen festen Termin und damit auch ein „natürliches“ Ablaufdatum.

Die Veranstaltung ist vorbei, die Aktion ist gelaufen – und jetzt? Meistens liegt die Website noch eine ganze Weile auf dem Serverspace rum. Sie wird nicht mehr gewartet oder inhaltlich gepflegt. Irgendwann kommt jemand vorbei, der sie löscht. Die Website ist dann nur noch – mit etwas Glück – über die WayBack Machine auffindbar.

Mal abgesehen vom Sicherheitsrisiko, das eine derart ungepflegte Website bedeutet – in vielen Fällen wäre es schade, die Website einfach sang- und klanglos zu löschen. Oft ist so eine Website ein paar Wochen oder wenige Monate sehr aktiv. Dort wird diskutiert, es werden Video-Protokolle veröffentlicht, Präsentationen, Fotos und Ergebnisse. Viel zu wertvoll zum Wegschmeißen.

Optionen für WordPress-Websites, die nicht mehr aktiv genutzt werden

1. WordPress weiter laufen lassen

Man kann die Website einfach weiter betreiben. Wichtig dabei: Damit die Website nicht zum Sicherheitsrisiko für sich und alle anderen auf dem Serverspace wird sollten regelmäßig alle Aktualisierungen (WordPress, Themes, Plugins) durchgeführt werden. Bei Premium-Plugins bedeutet das, dass die Lizenzen immer wieder verlängert werden müssen, damit weiter Updates zur Verfügung stehen.

Wenn die Website über Jahre immer alle Updates bekommen hat, hält sie eine Weile. Wenn nicht, kann das irgendwann das Ende bedeuten bzw. es ist zumindest ein größerer Umbau fällig.

Derzeit schalten beispielsweise die meisten Hostingunternehmen nach und nach die älteren PHP-Versionen ab, darunter PHP 5.6, mit der WordPress über viele Jahre betrieben wurde.
Für eine Website aus 2014 kann das bedeuten, dass sie nicht mehr funktioniert. Man sieht nur noch den berüchtigten „white screen of death“, also eine weiße Seite. Oder man kann sich nicht mehr anmelden.
Was genau den Fehler auslöst muss man im Einzelfall herausfinden.

2. Konvertieren in HTML

Eine gute Lösung für alte WordPress-Websites kann die Umwandlung in statisches HTML sein. Man erzeugt eine HTML-Version der WordPress-Website und stellt sie als statische Website bereit. Dann benötigt sie kein PHP mehr, verfügt also über keine ausführbaren Programme.
Damit stellt sie auch kein Sicherheitsrisiko dar.

HTML ist keine Programmiersprache sondern eine „Markup Language“: Mit HTML kann man eine Seite gestalten, aber keine Programme ausführen. Es ist vergleichbar mit einem Textverarbeitungs-Programm.

Praktisch bedeutet dass, dass für jede Seite und jeden Beitrag der WordPress-Website eine HTML-Datei erzeugt wird. Mit allen Daten, unter anderem allen Bilder, können eine ganze Menge Dateien zusammen kommen.

Bearbeiten kann man diese Website dann nicht mehr so leicht – dafür hatte man ja irgendwann mal WordPress installiert. Aber sie bleibt als Dokument erhalten und stellt kein Sicherheitsrisiko mehr dar.
Und jemand mit HTML-Kenntnissen kann die einzelnen Seiten noch bearbeiten, falls sich doch irgendwo ein Fehler eingeschlichen hat.

HTML zur Absicherung der aktiven Website

Manche Websitebetreiber nutzen die Umwandlung in HTML zur Absicherung ihrer aktiven WordPress-Installation: Die eigentliche WordPress-Website wird auf einem sicheren Server installiert und nur die HTML-Version steht auf einem öffentlich zugänglichen Server bereit.

Sicherer kann man eine WordPress-Website vermutlich kaum betreiben. Allerdings bedeutet das, dass interaktive Elemente nicht mehr funktionieren. Und für jede Änderung an der Website muss auch die HTML-Version geändert werden. Das passiert in der Regel automatisiert.
Wir haben die Methode bisher noch nicht eingesetzt. Für die meisten unserer Kundenprojekte wäre das nicht praktikabel.